Lage an der Grenze

Über 40 Jahre trennte ein Stacheldraht die grenzüberschreitende Welterberegion. Heute ist diese Phase längst überwunden.
Trotz Eisernen Vorhangs tauschten Wissenschafter aus beiden Ländern schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Erfahrungen aus: Die „Neusiedler See - Tagungen“ legten den Grundstein für den gemeinsamen Nationalpark, die Naturschutzorganisationen sorgten für das politische Lobbying. Noch vor der Wende in Ungarn nahm eine bilaterale Kommission die Planungsarbeiten auf. 1991 gründete Ungarn den Fertő-tavi Nemzeti Park, 1993 zog Österreich mit dem Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel nach.

Die Welterberegion rückte während des Zerfalls des kommunistischen Ostblocks in die Weltöffentlichkeit, als im Zuge des „paneuropäischen Picknicks“ am 19. August 1989 hunderte DDR-Bürger die Öffnung eines alten Grenztores für die Flucht nach Österreich nutzten. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde das heutige Welterbegebiet wieder vereint – als grenzüberschreitende Region mit gemeinsamen geschichtlichen Wurzeln.

Heute spiegelt sich auch in der guten Zusammenarbeit im Management der Welterbestätte Kulturlandschaft Fertő-Neusiedler See der neue grenzüberschreitende Ansatz einer freundschaftlichen und vertrauensvollen Kooperation auf Augenhöhe wider.